Chronik

Die Chronik des Ortsvereins der Schwerhörigen Dresden e.V. gliedert sich in zwei Teile die Sie hier nachlesen können.

Chronik seit der Gründung des
Ortsvereins der Schwerhörigen Dresden e.V.

1990
23. August 1990 Gründung des “Ortsvereins der Schwerhörigen Dresden e.V.”, Vorsitzende: Renate Witte, Stellvertreter: Willibald Richter

1991
Internationaler Schwerhörigenkongress in Berlin, Zusammenschluss der beiden Schwerhörigenbünde Ost und West zum “Deutschen Schwerhörigenbund” (DSB), nach Differenzen endgültige Trennung von Gehörlosen und Schwerhörigen in Dresden, auch räumlich, Mitgliedschaft im Paritätischen Wohlfahrtsverband, beginn die Absehkurse, die damals vom Mitglied des Ortsvereins und Hörgeschädigtenpädagogen Hans Beulig durchgeführt wurden

1992
Erste eigene Geschäfts- und Beratungsstelle im Deutschen Hygiene-Museum; im Mai 1. Sächsischer Behindertentag; führte vom 7. bis 10. Oktober am gleichen Ort Aufklärungstage zum Thema Schwerhörigkeit durch und erhielt zur Weihnachtsfeier eine Spende des 2. Sächsischen Presseballs in Höhe von 14000 DM, wofür zwei Kommunikationsanlagen (Funkkoffer) gekauft wurden.

Renate Witte erhält das Bundesverdienstkreuz

Renate Witte erhält das Bundesverdienstkreuz

1993
Die 1. Vorsitzende des Ortsvereins, Renate Witte, auf dem erhielt DSB-Kongress in Erfurt das Ehrenabzeichen des DSB in Silber. Außerdem nahm unter der Leitung von Petra Hodonyi die Selbsthilfegruppe Tinnitus ihre erfolgreiche Arbeit auf.

1994
Ausstellung “Geheimnis Ohr” im Deutschen Hygiene-Museum, Einsatz vieler Mitglieder in der Austellung; wegen Bauarbeiten Umzug der Beratungsstelle in das DRK-Heim “Clara Zetkin”

1995
am 6. Oktober feiert der Veteran der Dresdner Schwerhörigenbewegung, Herbert Renner, seinen 85. Geburtstag und wird zum Ehrenmitglied ernannt.

1996
Umzug der Beratungsstelle in das Haus des DRK-Kreisverbandes in Übigau; Renate Witte erhält aus den Händen des Sozialministers das Bundesverdienstkreuz

1997
Aktive Mitarbeit am Programm des Deutschen Seniorentages im Kulturpalast, mit gestalten eines Workshops zum Thema Hörbehinderung.

Tag der Sachsen 1998 in Riesa

Tag der Sachsen 1998 in Riesa

1998
An dem von der „Aktion Sorgenkind“ initiierten und koordinierten Aktionsbündnis von über 100 Verbänden und Organisationen der Behinderten- und Selbsthilfe beteiligte sich auch der Ortsverein aktiv. Im März sprachen Renate Witte, Willibald Richter und Hans Beulig im Logopädiezentrum Kreischa mit zukünftigen Logopädinnen über Hörbehinderung und den Umgang mit Hörgeschädigten.

1999
Im April und Juni, demonstrierte der Ortsverein in den Städtischen Bibliotheken bei Lesungen die Vorteile der Induktionsschleife, woraufhin sich diese eine eigene Anlage anschafften. Am 6. Oktober erfolgte die Neuwahl des Vorstandes und der alte und neue 2. Vorsitzende des Ortsvereins, Willibald Richter, erhielt das Ehrenzeichen des DSB in Silber. 75 Vereinsmitglieder; Vereinsnachrichten erscheinen in einer Auflagenhöhe von 200 Stück

2000
Schließung der Begegnungstätte für Behinderte in der Blochmannstraße, Übergangslösungen für Veranstaltungsorte; ab Juni 2001 in der DRK-Begegnungsstätte Striesener Straße 39; 10 Jahre Partnerschaft mit dem Bund der Schwerhörigen Hamburg e.V., erneuter Besuch in Hamburg; Teilnahme am Sächsischen Behindertentag sowie an den Austellungen “Lebenskünstler” und “Der (im)perfekte Mensch”; 10 Jahre Ortsverein der Schwerhörigen Dresden e.V.

2001
Teilnahme am 3. Selbsthilfetag im WTC Dresden und am DSB-Kongress in Berlin; Feier zum 90. Jahrestag der Schwerhörigenbewegung in Dresden am 1. September 2001 mit Mitgliedern und Gästen

Feier 90. Jahrestag der Schwerhörigenbewegung in Dresden

Feier 90. Jahrestag der Schwerhörigenbewegung in Dresden

2002
Mitglieder des Ortsvereins nahmen an den Feierlichkeiten zum 90jährigen Bestehen des Partnervereins in Hamburg teil; im Oktober fand in einem Seminarraum des Jugendhotels auf der Maternistraße ein selbst organisiertes Kommunikationsseminar mit 17 Teilnehmern statt.

2003
Wahlberichtsversammlung im City-Center der ESAG statt. Den Konferenzraum stellte die ESAG kostenlos zur Verfügung. 2. Vorsitzende wurde Brigitte Siebers. Der bisherige langjährige 2. Vorsitzende Willibald Richter übernahm die Funktion des 1. Beisitzers.

2004
Im Januar bei einer Monatsveranstaltung des Ortsvereins stellte sich erstmalig die Schriftdolmetscheragentur Dresden vor; im September beteiligte sich der Ortsverein an der Wanderwoche von 40 Wanderfreunden des DSB. Harald Wennerlund und Dieter Herrmann glänzten als Wegführer in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz; im Dezember waren wieder einmal Mitglieder des Partnervereins aus Hamburg gern gesehene Gäste in Dresden.

Das Hörmobil zu Gast in Dresden

Das Hörmobil zu Gast in Dresden

2005
Durch Bemühungen des Ortsvereins besaßen zu dieser Zeit 8 Theater, 20 Kirchen und 7 sonstige öffentliche Räume eine Höranlage für das induktive Hören mit Hörgerät; das Hörmobil des DSB machte am 2. Juli zur Freude auch der Mitglieder des Ortsvereins Station in Dresden

2006
Eine Broschüre zu den Aktivitäten und Veranstaltungen im Rahmen der 800 Jahr-Feier in Dresden enthält auch Hinweise, zu welchen Veranstaltungen Hörhilfsmittel wie z.B. Induktionsschleifen oder Funkanlagen vorhanden sind. Diese Angaben wurden auf Initiative des Vorstandes mit aufgenommen und durch Dr. Hannes Seidler realisiert. Im August unterstützte der Ortsverein das Internationale Ferientreffen für Schwerhörige und Spätertaubte, das seit über 30 Jahren alljährlich stattfindet. Es nahmen 47 Teilnehmer aus Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Schweden, Schweiz, USA und Deutschland teil. Zur gleichen Zeit war auch der Hamburger Partnerverein zu Besuch in Dresden. Man lobt in diesem Zusammenhang die „sachkundige, engagierte und strenge Führung“ von Harald Wennerlund als Wanderleiter und Stadtführer.

2007
Willibald Richter erhält die Ehrennadel des DSB in Gold. In der Mitgliederversammlung im Oktober wird Renate Witte das fünfte Mal hintereinander als 1. Vorsitzende gewählt. Neue 2. Vorsitzende wird Renate Nititzki. Das dritte Mal hintereinander wurden wiedergewählt Harald Wennerlund als Schriftführer, Renate Arlt als Schatzmeisterin und Marianne Fiebig als Vorsitzende der Revisionskommission

Nach dem Umzug

Nach dem Umzug

2008
Der Ortsverein beteiligt sich aktiv an der Diskussion zur Zuzahlung zu Hörgeräten. Am 19. Dezember 2008 erfolgte der Umzug von der Klingerstraße in die jetzige Beratungsstelle auf der Reitbahnstraße 36, wo sich auch die einzelnen Interessengruppen treffen können. Dadurch ist der organisatorische Aufwand nicht mehr so hoch. Durch die Nähe zum Hauptbahnhof ist die Beratungsstelle verkehrstechnisch günstig zu erreichen. Herr Hörakustikermeister Dippe hatte die Räume Mitte November an den Ortsverein übergeben. Trockenbauer, Elektriker, Maler und Klempner haben das Objekt in einen Zustand versetzt, der auch hörakustisch höchsten Ansprüchen genügt. Das ist vor allem Dr. Hannes Seidler zu verdanken. Er und weitere Mitglieder des Ortsvereins haben sehr viel Zeit investiert für das Renovieren, Umräumen und Einräumen. Der Ortsverein ist aber auch dankbar für die finanzielle Unterstützung durch die Ostsächsische Sparkasse Dresden, die „Glücksspirale“, die Krankenkassen, sowie für private Spenden.

Barrierefreie Aufführung des Kabaretts Breschke & Schuch

Barrierefreie Aufführung des Kabaretts Breschke & Schuch

2009
für Hörgeschädigte war die barrierefreie Aufführung des Kabaretts Breschke & Schuch ein besonderes Kulturerlebnis, es standen Hörschleife, Gebärdendolmetscher und Schriftdolmetscher zur Verfügung. Am 28. März führte der Ortsverein in der neuen Beratungsstelle einen „Tag der offenen Tür“ durch und erhielt zahlreiche Glückwünsche zum Umzug.

Selbsthilfetag im WTC

Selbsthilfetag im WTC

2010
Rückblickend auf das Jahr 2009 nach einem Bericht von Willibald Richter in den Vereinsnachrichten festgestellt, dass sich der Umzug in die neue Beratungsstelle positiv ausgewirkt hat. Im Besucherbuch hatten sich allein mehr als 50 auswärtige Besucher eingetragen. Auch die Zahl der Vereinsmitglieder, die 2009 die Beratungsstelle aufsuchte, sowie die Anzahl der Anrufe übertreffen alle Erwartungen. Aber nicht nur die günstigere örtliche Lage und die bessere räumliche Ausstattung machen die „Reitbahn“ so anziehend, sondern auch die „guten weiblichen Geister“ Margitta Baumgärtel, Renate Witte, Renate Nititzki, Ursula Boragk und Angela Knölker. April wurde der Selbsthilfetag im WTC (World Trade Center) durchgeführt. Am gemeinsamen Stand des Ortsvereins mit der Cochlea-Implantat-Selbsthilfegrupe konnten relativ viele interessierte Besucher begrüßt werden. Im August erfolgte durch sieben Mitglieder des Ortsvereins eine Besichtigung des MDR-Funkhauses Leipzig. Anfang Oktober startete in der Beratungsstelle der erste Englischkurs für Hörbehinderte.

2011
Stand ganz im Zeichen der Vorbereitung der Feier zum 100jährigen Jubiläum der Schwerhörigenbewegung in Dresden in Verbindung mit dem Bundeskongress des DSB. Ungeachtet dessen wurden auch die üblichen alljährlichen Veranstaltungen des Ortsvereins durchgeführt und die Beratungstätigkeit in gewohnter Weise fortgesetzt.

2012
Das Jahr 2012 begann mit der Vorstandsneuwahl für 4 Jahre und der Beteiligung am 1. Sächsischen Hörtag in Dresden. Neben unseren regelmäßigen Treffen verschiedenster Art, Stammtisch, Rommé, Vorträge und Supervision und zu Technik, Basteln,Beratungen und Kaffee, in der Reitbahnstr. 36, verschiedenen Wanderungen, einer Schiffahrt und Kegeltreffen, war die Fahrt zu den Hamburger Freunden zum 100jährigen Jubiläum des BdS ein großes Erlebnis, ebenso wie in diesem Jahr die Einladung nach Kassel zum befreundeten Schwerhörigenverein, um viele Sehenswürigkeiten in dieser Stadt zu sehen, mit vielen gemeinsamen Gesprächen und Erlebnissen.

2013
Das Jahr 2013 begann mit der traditionellen Heidewanderung. Die im Oktober 2012 gebildete AG ZubeHöR , deren Teilnehmer sich um die weitere Erfassung von in Dresden und Umgebung funktionierenden induktiven Höranlagen bemühen, setzte ihre Arbeit mit großem Engagement fort. Mit viel Wissenwertem zu Zusatztechnik, Höranlagen und weiteren Themen rund um die Nutzung von Hörhilfen und Implantaten, konnten unsere Mitglieder bei Vorträgen und Gesprächsrunden viele aktuelle Informationen sammeln. Neues gab es auch bei der Veranstaltung des 2. Sächsischen Hörtages in Leipzig zu erfahren. Die Sommerbusfahrt ging zur Talsperre Kriebstein, mit Schiffahrt. Wir waren im Marie-Louise-Stollen Berggießhübel und im September waren unsere Hamburger Freunde zu Gast in Dresden. Ihnen zeigten wir Neues in Dresden und Umgebung, zu Fuß und per Schiff mit vielen freundschaftlichen Begegnungen. Mit den zahlreichen Kontakten zu befreundeten Vereinen, abwechslungreichen Veranstaltungen und der schönen Jahresendveranstaltung mit Herrn Huth war es wieder ein schönes Jahr.

2014
Im Jahr 2014 nutzten unsere Mitglieder aus der Vielzahl der in diesem Jahr angebotenen, kulturellen Veranstaltungen, die schönen Ausflüge zum Panometer nach Dresden-Reick oder in die anderen Stadtteile – Serkowitz, Striesen, Gorbitz und den Prießnitzgrund oder zur Talsperre Bad Gottleuba. Locker entspannen bei Wanderungen mit Pausen zum Plausch, zu aktuell interessanten Themen des Tages oder Themen des Hörens, das war dieses Jahr möglich bei Vorträgen mit Fachthemen unterschiedlichster Art, wie z.B. Hörgerätetechnik, Bewältigung von Hörproblemen, Tinnitus, Fragen der Integration von Hörbehinderten, Altersvorsorge, Zubehör CI, Technik CI, aber immer möglichst dargeboten mit induktiver Technik im Raum. Das heißt, alle hörbehinderten Teilnehmer können ihre im Hörgerät befindliche Technik – T-Spule, zum guten Empfang, einschalten. Gern treffen wir uns zu unseren gemütlichen Gesprächsrunden mit Kaffee oder Tee, wie auch dem Faschingsausklang oder der Jahresendveranstaltung. Sportlich geht es zu beim Kegeltreffen oder zu größeren Wanderungen, wie z.B. zum Ausflug zum Großen Winterberg in der Sächsischen Schweiz. Während der Kommunikationstreffen werden die Aussprache, das Hören und das Mundbild gefordert und gefördert. Gern wird in kleinen Gruppen gemeinsam gebastelt. Während der Öffnungszeiten unserer Beratungsstelle sind wir da, um Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Auf Lehrgängen und Veranstaltungen erworbenes Wissen geben wir gern weiter. Ein Höhepunkt in diesem Jahr war im September die Weiterführung der langjährigen Freundschaft zum Bund der Schwerhörigen nach Hamburg mit der Wahrnehmung der Einladung mit 11 Mitgliedern zum Erfahrungsaustausch.

Viele niedergeschriebene Artikel mit Bilddokumenten finden sich dankenswerter Weise in der Chronik des Vereins.

Ebenso wurde die Arbeit der Erfassung der induktiven Höranlagen in öffentlichen Räumen in Dresden und dem Umland, veröffentlicht auf der Homepage des Ortsvereines weitergeführt.

2015

Unsere erste Veranstaltung im Jahr 2015 war das Kommunikationstraining mit unserer charmanten und ideenreichen Saskia. Diese stimmlose Übungsstunde wird monatlich von unseren Mitgliedern begeistert angenommen.

Ebenfalls fanden wieder monatliche Wanderungen in unserer Region statt. So lernten wir nicht nur unsere Stadtbezirke kennen. Auch die Schrammsteine, der Böhmische Nationalpark mit der Stadt Rumburk in unserem Nachbarland Tschechien wurden erwandert.

Zur Allgemeinbildung trug der Besuch des Seniorenradios Dresden bei und zum 2. mal fand eine Lesung ihrer Gedichte mit unserer bekannten Eva Sommer statt, in Wort, Mimik und begleitender Gebärde. Ihre Gedichte findet man auch in unserem vierteljährlichen Vereinsblatt.

Zu erwähnen ist auch der Besuch des Uhrenmuseums in Glashütte, die Gedenkstätte Münchner Platz, sowie der Firma Wendt und Kühn in Grünhainichen mit den berühmten Engel und ihren elf Punkten auf den Flügeln.

Die Teilnahme an der Parade der Vielfalt und am Sächsischen Hörtag ist eine Selbstverständlichkeit, uns mit unserer Behinderung in der Öffentlichkeit zu zeigen.

Der Höhepunkt in diesem Jahr war wieder der Besuch unserer Hamburger Freunde anläßlich 25 jähriger Partnerschaft. Die gemeinsam verlebten Stunden sind wieder unvergesslich gewesen, z.B. der Ausflug nach Bautzen und die Nachtstadtführung durch Dresden.

Die Arbeit der Technik AG war weiterhin intensiv, wir konnten einige neue öffentliche Gebäude bekannt geben, wo Höranlagen neu eingebaut wurden und genutzt werden können, z. B. Volkshochschule.

Ein Besuch von unserer Behindertenbeauftragten der Stadt Dresden, Frau Sylvia Müller, war interessant. Es erfolgte ein reger Gedankenaustausch und so ein Treffen sollte sich bald wiederholen um die Probleme der Hörgeschädigten zwecks Barrierefreiheit immer wieder anzusprechen und zu lösen.

Zum Jahresausklang fanden wir uns in der Gaststätte TSV-Rotation Dresden ein und genossen die musikalische Darbietung der bekannten Künstlerin Dorit Gäbler.

2016

Mit der Heidewanderung haben wir das Jahr 2016 wieder eingeleitet und der Gedankenaustausch unterwegs umfasste bevorstehende Aufgaben bzw. Wünsche für das neue Jahr. So unternahmen wir wieder schöne Ausflüge durch einige Stadtbezirke und die nähere Umgebung von Dresden, welche in Bild und Erlebnisberichten festgehalten wurden.

Hervorzuheben ist der gemeinsame Besuch des Mineralienmuseums in Freiberg mit unserer CI-Selbsthilfegruppe, wo es die seltensten Mineralien zu sehen gab.  Wir folgten auch einer Einladung zum Tag der offenen Tür in der Schule für Hörgeschädigte in Dresden. Die Eltern der Kinder stehen vor einer schweren Entscheidung, welche Schulform die richtige für ihr Kind ist.

In unseren Treffen zur Kaffeerunde waren einige Nachmittage ausgestaltet, z.B. Faschingsdienstag, Kennenlernen des Cinema Connect, Vortrag eines Kriminalhauptkommissars über Sicherheit und Verhalten.

Da wir wussten, dass im Programmkino Ost eine Hörschleife vorhanden ist, haben wir die Anlage getestet mit dem Film „Ich bin dann mal weg“ und waren mit dem Ergebnis zufrieden, auch beim Besuch der Filmnächte am Elbufer mit dem Film „Ein Hologramm“. So schlagen wir 2 Fliegen auf einen Schlag, d. h. Höranlage testen und Film genießen.

In der Öffentlichkeit waren wir zum Selbsthilfetag im „WTC“ Freiberger Straße mit dabei, um auf unsere Tätigkeit in unserem Verein aufmerksam zu machen. Bei der Parade der Vielfalt war unsere Teilnahme ebenfalls selbstverständlich.

Der vereinsmäßige Höhepunkt war unsere Wahlversammlung. Aus beruflichen Gründen gab Thomas Wiest sein Amt als 1. Vorsitzender ab. Als neuer 1. Vorsitzender wurde Dieter Jähne gewählt, als 2. Vorsitzender Thorsten Müller, Schatzmeister ist Wolfgang Hubert und Schriftführer Reinhold Schgalin.

Im August war es wieder so weit: 9 Mitglieder unseres Vereins fuhren nach Hamburg zu unserem Partnerverein, um unsere Partnerschaft aufleben zu lassen, in Form gemeinsamer Ausflüge nach Travemünde und ins Alte Land. Die gemeinsamen Gesprächsrunden, d. h. der Erfahrungsaustausch kam auch nicht zu kurz im Vereinshaus Wagnerstraße oder an den Landungsbrücken im Blockbräu. Die Erinnerungen an das Erlebte verblassen nie.

Unsere Kommunikationsstunden, das sportliche Kegeln sowie Bastelstunden fanden wie gewohnt statt.
Unser Jahr ließen wir mit Musik auf dem Keyboard, mit Speisen und Getränken im Gourmetta-Restaurant ausklingen.

 

Vom Beginn der Schwerhörigenbewegung in Dresden 1911
bis zur Gründung des heutigen
Ortsvereins der Schwerhörigen Dresden e.V. 1990

Die Anfangsjahre von 1911 bis 1933

Pfarrer Arthur Schuknecht (1883 - 1955)

Pfarrer Arthur Schuknecht (1883 – 1955)

1911
Pfarrer Arthur Schuknecht (1883-1955) lädt das erste Mal zu einem Schwerhörigen-Gottesdienst in die Frauenkirche ein. Fünf Schwerhörige und der Pfarrer bilden die Keimzelle der Dresdner Schwerhörigengemeinde

1913
Eintragung ins Vereinsregister als “Gemeinde der Schwerhörigen für Dresden und Umgebung e.V.”, Mitgliederzahl: 100 Personen

Titelblatt der Zeitschrift Das Höhrrohr vom März 1932

Titelblatt der Zeitschrift Das Höhrrohr vom März 1932

1914
Erscheinungsjahr “Das Hörrohr” – Vierteljahresblätter für Schwerhörige in Dresden

1915
Anschaffung der ersten Höranlage (“Vielhörer”) für den Verein

1914-1918
Fürsorge für hörgeschädigte Soldaten des 1. Weltkrieges tritt als völlig neue Aufgabe in den Vordergrund der Gemeindearbeit

1920
“Erste deutsche Ausstellung für Schwerhörigen-Bildung und Fürsorge” in Dresden

1926
Zweite Ausstellung zum Thema Schwerhörigkeit

1927
In Glauchau “Schwerhörigenbund Sachsen” durch Pfarrer Schuknechts Initiative gegründet; zweiter, konfessionsloser Schwerhörigenverein “Vereinigung für Schwerhörige und Ertaubte in Dresden” entsteht

1930
Erste Tagung des Schwerhörigenbundes Sachsen; “Das Hörrohr” zur sächsischen Bundeszeitung ausgeweitet

Die dunklen Jahre von 1933 bis 1945

1933
Beide Vereine zur “Ortsgruppe Dresden” im Reichsbunde der deutschen Schwerhörigen zusammengeschlossen

1937
Teilnahme an einer großen, gemeinsamen Kundgebung aller Selbsthilfeverbände des Gaues Sachsen, Thema: “Auch wir füllen unseren Platz im Volk aus, wir zeigen, was wir können. Nicht Mitleid – Verständnis fordern wir”

Ausschnitt aus dem Monatsprogramm der Dresdner Ortsgruppe für Oktober 1936

Ausschnitt aus dem Monatsprogramm der Dresdner Ortsgruppe für Oktober 1936

1939
Kriegsbeginn reduziert das Vereinsprogramm merklich, jedoch monatliche Zusammenkünfte, Beratung und Gottesdienste können aufrecht erhalten werden

1941
30jähriges Jubiläum der Schwerhörigen-Arbeit wird mit bescheidener Gedenkfeier begangen

Der Neubeginn 1945 bis zur Wende 1989

1945
13. Februar Bombardement Dresdens, Vereinsheim und Archiv des Schwerhörigenbundes sowie Schule zerstört, nach Kriegsende Bünde der Schwerhörigen und Ertaubten in den Gauen von Besatzungsmächten verboten

1950
Aufbau der “Gotteshütte” am Oberen Kreuzweg durch Pfarrer Ehrlichs Initiative, Schwerhörige können erstmals wieder als Gruppe betreut werden

1957
Gründung des Allgemeinen Deutschen Gehörlosenverbandes der DDR, Schwerhörige ohne eigenen Verband

1961
Nach Beschluss auf dem 2. Kongress des ADGV können auch Schwerhörige Mitglied dieses Verbandes werden, Organisation in eigenständigen Schwerhörigengruppen

1964-1991
Gemeinsame Nutzung des Klubhauses “Bruno Schliebenow” durch Gehörlose und Schwerhörige

Tagung des GSV in Leipzig Anfang der 70er Jahre

Tagung des GSV in Leipzig Anfang der 70er Jahre

1972
Umbenennung des ADGV in “Gehörlosen- und Schwerhörigenverband der DDR” (GSV)

1979
Fragebogenaktion unter den schwerhörigen Mitgliedern führt zur Gründung der Interessengruppen Handarbeiten, Kegeln, Wandern und Museumsbesuche, Frauengruppe

1986
249 Mitglieder, davon 16% berufstätig

Nach der Wende 1989 bis zur Gründung des heutigen Ortsvereins

1990
Außerordentlicher GSV-Kongress in Berlin, Trennung von Gehörlosen und Schwerhörigen wird beschlossen, Gründung zweier neuer Verbände: Bund der Schwerhörigen der DDR e.V. und Bund der Gehörlosen der DDR e.V., 23. August 1990 Gründung des “Ortsvereins der Schwerhörigen Dresden e.V.”, Vorsitzende: Renate Witte, Stellvertreter: Willibald Richter