Interessenvertreter der Schwerhörigen in Dresden

Vom Beginn der Schwerhörigenbewegung in Dresden 1911
bis zur Gründung des heutigen Ortsvereins Schwerhörige Dresden e.V. 1990

Die Anfangsjahre von 1911 bis 1933

Pfarrer Arthur Schuknecht (1883 - 1955)1911

Pfarrer Arthur Schuknecht (1883-1955) lädt das erste Mal zu einem Schwerhörigen-Gottesdienst in die Frauenkirche ein. Fünf Schwerhörige und der Pfarrer bilden die Keimzelle der Dresdner Schwerhörigengemeinde

1913

Eintragung ins Vereinsregister als "Gemeinde der Schwerhörigen für Dresden und Umgebung e.V.", Mitgliederzahl: 100 Personen

Titelblatt der Zeitschrift Das Höhrrohr vom März 19321914

Erscheinungsjahr "Das Hörrohr" - Vierteljahresblätter für Schwerhörige in Dresden

1915

Anschaffung der ersten Höranlage ("Vielhörer") für den Verein

1914-1918

Fürsorge für hörgeschädigte Soldaten des 1. Weltkrieges tritt als völlig neue Aufgabe in den Vordergrund der Gemeindearbeit

1920

"Erste deutsche Ausstellung für Schwerhörigen-Bildung und Fürsorge" in Dresden

1926

Zweite Ausstellung zum Thema Schwerhörigkeit

1927

In Glauchau "Schwerhörigenbund Sachsen" durch Pfarrer Schuknechts Initiative gegründet; zweiter, konfessionsloser Schwerhörigenverein "Vereinigung für Schwerhörige und Ertaubte in Dresden" entsteht

1930

Erste Tagung des Schwerhörigenbundes Sachsen; "Das Hörrohr" zur sächsischen Bundeszeitung ausgeweitet

Die dunklen Jahre von 1933 bis 1945

1933

Beide Vereine zur "Ortsgruppe Dresden" im Reichsbunde der deutschen Schwerhörigen zusammengeschlossen

1937

Teilnahme an einer großen, gemeinsamen Kundgebung aller Selbsthilfeverbände des Gaues Sachsen, Thema: "Auch wir füllen unseren Platz im Volk aus, wir zeigen, was wir können. Nicht Mitleid - Verständnis fordern wir"

Ausschnitt aus dem Monatsprogramm der Dresdner Ortsgruppe für Oktober 19361939

Kriegsbeginn reduziert das Vereinsprogramm merklich, jedoch monatliche Zusammenkünfte, Beratung und Gottesdienste können aufrecht erhalten werden

1941

30jähriges Jubiläum der Schwerhörigen-Arbeit wird mit bescheidener Gedenkfeier begangen


Der Neubeginn 1945 bis zur Wende 1989

1945

13. Februar Bombardement Dresdens, Vereinsheim und Archiv des Schwerhörigenbundes sowie Schule zerstört, nach Kriegsende Bünde der Schwerhörigen und Ertaubten in den Gauen von Besatzungsmächten verboten

1950

Aufbau der "Gotteshütte" am Oberen Kreuzweg durch Pfarrer Ehrlichs Initiative, Schwerhörige können erstmals wieder als Gruppe betreut werden

1957

Gründung des Allgemeinen Deutschen Gehörlosenverbandes der DDR, Schwerhörige ohne eigenen Verband

1961

Nach Beschluss auf dem 2. Kongress des ADGV können auch Schwerhörige Mitglied dieses Verbandes werden, Organisation in eigenständigen Schwerhörigengruppen

1964-1991

Gemeinsame Nutzung des Klubhauses "Bruno Schliebenow" durch Gehörlose und Schwerhörige

1972

Umbenennung des ADGV in "Gehörlosen- und Schwerhörigenverband der DDR" (GSV)

Tagung des GSV in Leipzig Anfang der 70er Jahre1979

Fragebogenaktion unter den schwerhörigen Mitgliedern führt zur Gründung der Interessengruppen Handarbeiten, Kegeln, Wandern und Museumsbesuche, Frauengruppe

1986

249 Mitglieder, davon 16% berufstätig


Nach der Wende 1989 bis zur Gründung des heutigen Ortsvereins

1990

Außerordentlicher GSV-Kongress in Berlin, Trennung von Gehörlosen und Schwerhörigen wird beschlossen, Gründung zweier neuer Verbände: Bund der Schwerhörigen der DDR e.V. und Bund der Gehörlosen der DDR e.V., 23. August 1990 Gründung des "Ortsvereins der Schwerhörigen Dresden e.V.", Vorsitzende: Renate Witte, Stellvertreter: Willibald Richter


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