Interessenvertreter der Schwerhörigen in Dresden

Die verschiedenen Höranlagen

Die Sprachverständlichkeit wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Höranlagen dienen in erster Linie die Sprachverständlichkeit zu verbessern. Der Nachhall bei halliger Raumakustik beeinträchtigt die Sprachverständlichkeit bis zur Unverständlichkeit, auch für Normalhörende. Störlärm wie Seitengespräche, Husten, Lärm von Geräteventilationen, Verkehrslärm usw. wirken sich enorm störend aus auf die Sprachverständlichkeit. Das intakte Gehör kann erstaunlich viele Störgeräusche wegfiltern, was beim geschädigten Gehör nicht mehr der Fall ist.

Höranlagen sollen Menschen mit Hörgeräten und Implantaten ermöglichen, die in das Mikrofon gesprochene Sprache ohne Nachhall und Störlärm zu hören. Dabei müssen die Betroffenen ihre persönlichen, auf den individuellen Hörverlust programmierten Hörgeräte benutzen können.

Für Höranlagen sind unterschiedliche Technologien im Einsatz.

Zeichen für Induktive Höranlage

1. Induktive Höranlagen

übertragen das Sprachsignal über ein Magnetfeld in Sprechfrequenz. Im Hörgerät ist eine Empfangsspule (sogen. Telefonspule/Induktionsspule) eingebaut, welche das Magnetsignal aufnimmt. Diese Übertragungsart funktioniert auch beim Telefonieren mit dazu geeigneten Telefonapparaten. Für induktive Höranlagen besteht die internationale Norm IEC 118-4.

Zeichen für Infrarot Anlage

2. Infrarot-Anlagen

übertragen das Sprachsignal über unsichtbares Licht im Infrarotbereich. Hörgerätetragende benötigen spezielle Empfangsgeräte, damit sie ohne Kopfhörer hören können. Die Übertragung vom Empfangsgerät auf das Hörgerät erfolgt durch Induktion (Induktionshalsschleife, Induktionsplättchen) oder über ein Kabel an den Audioschuh.

Zeichen für FM-Anlage

3. FM-Anlagen (Funk)

übertragen das Sprachsignal über Funk. Hörgerätetragende benötigen einen im Hörgerät ein/angebauten Funkempfänger oder spezielle Empfangsgeräte, damit sie ohne Kopfhörer hören können. Die Übertragung vom Empfangsgerät auf das Hörgerät erfolgt durch Induktion (Induktionshalsschleife, Induktionsplättchen) oder über ein Kabel an den Audioschuh.

Höranlagen entsprechen oftmals nicht den technischen Anforderungen. Oftmals sind sie aus Unkenntnis nicht eingeschaltet oder der Wirkungsbereich ist nicht bekannt. Induktive Höranlagen sollen geprüft und mit dem Signet gekennzeichnet sein.


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