Hier finden Sie einen Auszug aus den Vereinsnachrichten des Vereins. Das komplette Vereinsblatt können Sie hier herunterladen und anschauen.
Auf ein Wort
Liebe Mitglieder, liebe Freunde und Förderer unseres Ortsvereins,
endlich haben wir die kühle Jahreszeit überstanden und können uns über warme Sonnentage freuen.Der ein oder andere von uns wird sicher während seines Urlaubs andere Länder bereisen oder auch unsere schöne deutsche Heimat näher kennenlernen wollen.
Es gibt auch an Spree, Rhein, Neckar, Mosel, Weser und Elbe viel Schönes zu bewundern. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, kann überall viel Reizvolles entdecken.
Aber nicht jeder von uns ist in der Lage, noch große Reisen zu unternehmen.
Für diese Mitglieder wollen wir auch schöne und abwechslungsreiche Sommererlebnisse schaffen.
Schauen Sie deshalb in unsere Termine! Ich denke, es ist für jeden etwas dabei. So haben wir auch für ältere Mitglieder, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, einige interessante Vorhaben geplant. Wir laden ein zu kleinen Spaziergängen, Besichtigungen und zu einer Dampferfahrt – das schaffen bestimmt die meisten noch.
Was mich besonders freut ist, dass sich die Romméfreunde sogar im Juli und August treffen wollen. Zeugt es doch davon, wie gut sich die Spielfreudigen zusammengefunden haben. Vielleicht finden sich noch weitere Spieler für das SKIP-BO-Kartenspiel !
Viel Hoffnung verbinden die Hörgeräteträger mit dem Urteil vom 17.12.2009. Darin wurde einem Kläger in Baden-Württemberg aufgrund seiner Klage gegen seine Krankenkasse zur vollen Kostenübernahme von digitalen Hörgeräten stattgegeben. Das ist schon ein großer Fortschritt!
Hochgradig Schwerhörige können sich auf diesen Gerichtsbescheid, Aktenzeichen B 3 KR 20/08 R und den § 193 des SGG berufen. Allerdings muss ich darauf hinweisen, dass dieses Urteil vorerst nur für hochgradig und an Taubheit grenzend Schwerhörige gefällt wurde. Für mittelgradig Schwerhörige gilt dieses Urteil leider nicht. Ich möchte Sie auch noch darauf hinweisen, dass die Finanzierung eines hochwertigen Hörgerätes vorerst stets eine Einzelfallentscheidung ist.
Erst wenn eine Finanzierung im Gesetz festgeschrieben ist, müssen die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden. Es ist ein Anfang - und es wird weiterhin viel Kraft und Überzeugungsarbeit nötig sein, damit die Verantwortlichen endlich begreifen, wie dringend nötig ein solches Gesetz ist, um Hörbehinderten zu ihrem Recht zu verhelfen.
Renate Witte
Informationen
Während der Sommermonate Juni – Juli - August 2010 verkürzte Öffnungszeit:
Montag --- geschlossen
Dienstag --- 14.00 bis 18.00 Uhr
Donnerstag --- 10.00 bis 14.00 Uhr
Wir hoffen auf Ihr Verständnis, denn wir vom Reitbahn-Team möchten auch gern Urlaub machen.
MDR-Aktuell mit Untertiteln
Das MDR FERNSEHEN wird für Hörgeschädigte wieder ein Stück barrierefreier. Nach einer mehrwöchigen Testphase erscheinen ab Montag, dem 3. Mai, die beiden Hauptausgaben von MDR aktuell um 19:30 und 21:45 Uhr mit Live-Untertiteln.
Selbsthilfetag im WTC am 17. April 2010
Sehr erfreulich war die große Zahl von teilnehmenden Vereinen und Selbsthilfegruppen. Viele Besucher konnten sich über die verschiedensten Initiativen der teilnehmenden Vereine und die Sorgen und Probleme der einzelnen Mitglieder dieser Gruppen informieren.

Unser gemeinsamer Stand des Ortsvereins der Schwerhörigen mit der Cochlea- Implant- Selbsthilfegruppe hatte dieses Jahr einen sehr günstigen Standort, ganz in der Nähe vom vorderen Eingang Freiberger Straße – und dadurch konnten wir relativ viele interessierte Besucher begrüßen. Wir hatten uns natürlich sehr um eine ansprechende Ausgestaltung bemüht. Das trug dazu bei, dass viele sich für unsere Vereinsarbeit interessierten
Erstaunlich, wie viele Menschen es mit Hörgeräten gibt oder auch nur mit Hör- und Verstehproblemen, die bisher noch mit keiner Hörhilfe versorgt sind - aber auch ihre Probleme haben. Viele Fragen konnten wir beantworten und interessante Gespräche gab es mit den Besuchern.
Natürlich wurde auch unsere ausgestellte Technik oftmals ausprobiert und viele Menschen waren dankbar über unsere Hinweise dazu. Ein großes Lob und ein Dankeschön dafür allen Aktiven, die sich bei der Vorbereitung, dem Transport, sowie beim Auf- und Abbau und bei der Betreuung der Standbesucher beteiligten.
Nach dem Mittag bin ich selbst einmal durch die Reihen der vielen Stände gebummelt, um mich von den Angeboten der sich präsentierenden Gruppen zu informieren.
Wie viele Behinderten- und Problemgruppen es gibt und mit welch schlimmen Krankheiten sich viele Menschen rumplagen müssen - es bedrückte mich schon. Trotzdem konnte ich auch hier bemerken, dass trotz schlimmster Krankheit es den Betroffenen hilft, sich in der Gemeinschaft auszutauschen.
Bei meinem Rundgang entdeckte ich auch den Stand von Hirntumorbetroffenen und kam mit einem noch ganz jungen Mann ins Gespräch, der vor reichlich zwei Jahren operiert wurde. Seine Haltung – die ganze Einstellung zu seiner Krankheit hat mich ganz enorm beeindruckt und wie er sagte, dass er nur hofft, dass der Tumor nicht wieder wächst - aber wir leben das Heute und das noch hoffentlich recht lange.
Ich ging etwas bedrückt weiter, bewunderte seine Lebenseinstellung und im Inneren war ich etwas beschämt, wie ich manchmal doch etwas verzweifelt bin, kein 100% Gehör mehr zu besitzen.
Was will ich damit sagen?
Wir Schwerhörigen und Ertaubten sind oft wegen unserer Hörsituation unzufrieden – aber wenn ich dagegen die wirklichen Probleme dieses jungen Mannes betrachte, dann ziehe ich den Hut vor seinem Lebenswillen.
Renate Witte
Was bedeutet es schwerhörig zu sein?
Wer selbst betroffen ist und schon einmal versucht hat, auf diese Frage ein kurze Antwort zu geben, weiß, dass sie nicht mit einem Satz zu beantworten ist. Unsere Hörbeeinträchtigungen sind individuell ganz verschieden und behindern uns je nach Situation mal mehr mal weniger. Deshalb ist es für unser hörendes Umfeld nahezu unmöglich, einzuschätzen, wie wir empfinden und wie Kommunikation mit uns gelingen kann. Also sind wir gefragt, Aufklärung zu leisten.

Da es nicht leicht fällt, seine Höreindrücke, Verstehensprobleme, Missverständnisse, Ängste, Enttäuschungen, Erwartungen, die mit dieser Behinderung einhergehen, in Worte zu fassen, suchte ich in Büchern, Zeitschriften und dem Internet Zitate von Schwerhörigen, die Antworten auf die eingangs gestellte Frage geben. Diese Zitate schickte ich per E-Mail an Mitglieder der CI-Selbsthilfegruppe mit der Bitte, mir persönliche Erfahrungen (möglichst in kurzen Sätzen) zuzusenden. Am Selbsthilfetag präsentierten wir diese Zitatsammlung an einer Infowand, die derzeit im Schaufenster des Schwerhörigenvereins ihren Platz hat. Die Sammlung kann in ausgedruckter Form beim Verein gegen eine Spende erworben werden.
Über weitere persönliche Zitate Ihrerseits, liebe Leser, würde ich mich sehr freuen. Eventuell auch Humorvolles!!
Angela Knölker